Eine unvergeßliche Erinnerung

Zwei Stunden hatte ich mich in der Disco im Oberbayern schon fast zu Tode gelangweilt. Es war bereits kurz vor Mitternacht, als ich ernsthaft in Erwägung zog, diesen Urlaubstag zu beenden und den Heimweg in das Hotel anzutreten. Es mag sein, dass auch ein bißchen Eifersucht eine Rolle spielte, sah ich doch meine jüngeren Wandervögel sich direkt vor meiner Nase mit holden Weiblichkeiten köstlich amüsieren.

Ohne mich von meinen Freunden erst auffällig zu verabschieden, schlug ich den Weg zum Ausgang ein, als ich plötzlich - wie vom Blitz getroffen - in dem schummrigen Partylight erst einen wuscheligen Haarschopf, dann das fröhliche Gesicht, das von einem hübschen Kopf auf mich strahlte, erblickte und mit leicht schwingenden Hüften direkt meinen Weg kreuzte. „Warum denn schon so früh ins Bett, die Nacht ist doch noch viel zu jung“ hauchte sie mir zärtlich entgegen.

Mit einem herausfordernden Blick nahm sie zärtlich meine Hand, entführte mich fast willenlos auf die Tanzfläche, legte ihre schlanken Arme um meine Schultern und begann durch präzise rhythmische Bewegungen ihres tadellosen Körpers dem Takt der Musik zu folgen. Das sofortige uneingeschränkte Vertrauen zueinander wird mir immer unerklärlich bleiben. Wir sprachen nur wenige Worte, sondern gaben uns fast uneingeschränkt ausschließlich unseren Gefühlen hin.

Unsere Herzen jubelten sich zu und die aufgewühlten Pulse begannen uns immer enger miteinander zu verschmelzen. Stumm und doch vielsagend tanzten wir wie eine Einheit unsere Bahnen. Das Zeitgefühl hatten wir beide schon längst verloren. Was um uns herum geschah nahmen wir schon längst nicht mehr wahr, als uns plötzlich und unerwartet der Kellner zu verstehen gab, dass nun endlich Feierabend sei.

Wir beide standen völlig allein mitten auf dem Parkett und waren in Gedanken versunken. Draußen begann schon die Sonne aufzugehen. Unsere beiden Hotels lagen in der gleichen Richtung. Der Abschied war unumgänglich. Ein letztes Mal schmiegten sich unsere Körper aneinander, dann ein letzter Händedruck, alles Gute wünschend und unsere Wege trennten sich.

Auf meinem Heimweg kullerten zwei Tränen über meine Wangen. Ich wußte es gab kein Wiedersehen! Eine Träne des Glückes, dass ich eine solche, spontane Begegnung noch in meinem Spätherbst des Lebens erleben durfte und eine traurige Träne, weil schon nach wenigen Stunden alles wieder zu Ende ging. Es war eben doch nur eine Episode, aber eine wundervolle.

 

 

Okt. 2010

 

 

Erinnerung

03.04.2020

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