ALLE JAHRE WIEDER – DIE VÖGELWANDERUNG!

Einmal im Jahr den Alltag vergessen und losgelöst von Pflichten und Sorgen und die Seele stärken ist mein Hauptanliegen beim Frühlingstrip der Portaner Wandervögel nach Playa de Palma auf Mallorca! Bereits auf dem Weg zum Flughafen ergreift mich ein Glücksgefühl von grenzenloser Freiheit ähnlich wie bei den Vögeln, die nach langem Winteraufenthalt in ihre Sommerquartiere zurückkehren. Schon über den Wolken eilen meine Gedanken voraus, um zu erkunden, was mich wohl auf Malle alles erwartet! Eine Flugbegleiterin bietet mir Zeitschriften an und fragt mich, ob ich eine Freundin haben möchte, und ich antworte: “Ja gerne, wenn Sie Zeit haben!“ Unverstanden lehne ich mich zurück und überbrücke die zweieinhalb Stunden Flugzeit durch das Auffrischen von Erinnerungen. Das Aufsetzen des Flugzeuges reißt mich aus meinen Träumen, und schon die ersten Blicke in die Runde beim Warten auf mein Gepäck versprechen mir einen wunderbaren Aufenthalt. Ohne den bereits stark eingetretenen Durst mit einigen Gerstensäften zu stillen, können wir sieben Wandervögel den Transferbus nicht besteigen. Und so ist die Stimmung trotz noch fast nachtschlafender Zeit an der Rezeption vom Hotel Bali dann auch entsprechend locker! Ich habe großes Glück. Mein Zimmer befindet sich in der sechsten Etage mit freiem Blick auf den Pool. Bereits vom Balkon aus kann ich ausspähen, wo sich brutbereite Hennen mit ansehnlichem Äußeren platziert haben, um zu versuchen, mit ihnen ein gemeinsames Nest zu bauen. Allzu große Ansprüche kann ich allerdings nicht mehr stellen, denn ich bin der älteste Hahn der Portaner Wandervögel und gehöre zur Gattung der Wacholderdrosseln. Aber auch in einem alten Gesangbuch stehen noch schöne Lieder! Meine Stärken sind die Erfahrung im Umgang mit der holden Weiblichkeit und eine ausgeprägte Befähigung zu unterhaltsamer Kommunikation. Bei meiner Anwesenheit wird es jedenfalls nie langweilig! Um 10 Uhr öffnet die Hotelbar, bei schönem Wetter die am Pool. Die Sonne scheint und der erste Tag ist stets voller Unvernunft, denn bei „all-inclusive“ wird an Flüssigkeit hineingeschüttet was gerade noch geht! Als Wacholderdrossel muß ich hier mangels Vorhandenseins leider auf Gin-Tonic umschalten, während meine Kameraden sich am Bier erlaben, als wenn sie darin baden wollten! Erste Blickkontakte werden durch den Alkoholkonsum zwar stark vernebelt, lassen aber doch auf zahlreiches Wohlwollen schließen! Inzwischen ist es Mittag geworden. Zuhause wäre ich bei dem erreichten Zustand sicherlich ins Bett gegangen, aber trotz der über 12 Stunden auf den Beinen ist doch die Angst, etwas zu verpassen, unüberwindlich! Nach kurzer und geringer fester Nahrungsaufnahme bewege ich mich in Begleitung meiner Mitwandervögel mit leicht schwankendem Schritt zum Antrittsbesuch am Bierkönig. Die ca. 250m bergab lassen den im Körper zwischenzeitlich bedenklich angestiegenen Flüssigkeitsspiegel so stark sinken, dass weitere Gin-Tonics Platz bekommen. Die freundliche Begrüßung insbesondere durch den Chefkellner Joachim und Freudensbekundungen einiger Gäste („Die Portaner Wandervögel sind wieder da!“) ermutigen uns, kräftig für Stimmung zu sorgen. Da kommt es gerade recht, dass meine Stimme noch unverbraucht ist und die Texte der Songs der vergangenen Saison noch aus meinem Gedächtnis abrufbar sind. Einige Getränkesorten an der hiesigen „All-In“-Bar sind auch hier kostenlos, leider gehört mein Gin-Tonic nicht dazu! Daher warte ich schon sehnsüchtig auf die „Happy-hour“ von 15 bis 16 Uhr, um Versäumtes wieder aufzuholen. Die um uns herumstehenden Frauen werden von Glas zu Glas immer hübscher und begehrenswerter! Ich frage mich gerade noch, ob das am schönen Wetter oder einer Überdosis Alkohol liegt, als ich mich geistig durch einen wohl selbstverschuldeten Filmriss ohne Ankündigung von meinen Freunden verabschiede. Wie und mit wem ich zurück in das Hotel gekommen bin, weiß ich nicht mehr! Jedenfalls finde ich mich mitten in der Nacht allein in meinem Bett wieder! Noch etwas benommen überzeuge ich mich im Spiegel des Kleiderschrankes davon, daß ich es auch wirklich bin, lege mich auf die Seite und schlafe erwartungsvoll in den kommenden morgen. Die folgenden sechs Tage und Nächte bleiben mein Geheimnis! Ich bin jedenfalls wohlbehalten wieder zu Hause angekommen! Die vielen positiven Erinnerungen helfen mir, die Zeit bis zum nächsten Mallorca-Aufenthalt mit meinen Portaner Wandervögeln zu überstehen!

Euer Wandervogel „Wacholderdrossel“

Vögelwanderung

03.04.2020

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